Die unvollendete Mauer der

Yatsenyuk_visit_to_Russia-Ukraine_barrier,_Oct_2014,_Kmu.gov.ua CCBY 4.0

Nicht alle Mauern werden fertig gestellt. Das gilt für die  Mauer, die genau an der Grenze zwischen der Ukraine und Russland entstehen sollte. Wir haben uns gefragt, entsteht hier ein neuer „Eiserner Vorhang“? So nannte man die Mauer zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR. Denn diese Mauer trennte nicht nur einzelne Staaten voneinander, sondern ganze Staatenverbände: die Ostblockstaaten von den Westmächten. 

Eine Mauer, ein Eisener Vorhang oder ein

Die Ukraine ist der zweitgrößte Staat in Europa und befindet sich direkt an der Grenze zu Russland. Immer wieder war es zu Streitigkeiten und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten gekommen. Deshalb haben die Ukrainer beschlossen, eine Mauer zu bauen. Sie nannten das Vorhaben „Europäischer Wall“. Er sollte die einheimische Bevölkerung vor den Feinden schützen. Die Politiker der Ukraine sahen sich aber auch als Vorposten der Westmächte. Sie wollten Europa vor den Machtansprüchen Russlands schützen. Wir fragten uns, ist dazu tatsächlich eine Mauer nötig? Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine sollte knapp 2000 Kilometer lang werden, genau so lang wie die Grenze zum verfeindeten Nachbarn. Sie wurde mit Wachtürmen, Signalsystemen und Panzergräben befestigt und von Grenzsoldaten gesichert. Auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht war geplant. Der Mauerbau sollte 200 Millionen US Dollar kosten. 

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Der Krieg stoppt die

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Ein Drittel der Mauer stand schon. Tatsächlich begann im Februar 2014 der russisch-ukrainische Krieg auf der ukrainischen Halbinsel Krim. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim folgten weitere Eskalationen durch Russland. Doch mit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 haben sich die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau grundlegend verändert. Teile der russisch-ukrainischen Grenze befinden sich seitdem unter russischer Kontrolle oder sind umkämpft. Dies betrifft insbesondere die Gebiete Luhansk, Donezk und Charkiw. 

Seit Kriegsbeginn sind Millionen Ukrainer aus dem Land geflohen. Rund 9 Millionen Menschen suchten außerhalb der Ukraine Zuflucht. 3,6 Millionen sind innerhalb des Landes verblieben. 

Allein in Deutschland sind über 1,3 Millionen Geflüchtete aus der Ukraine registriert (Stand Anfang 2026). Die EU hat für sie den „vorübergehenden Schutz“ aktiviert, was ihnen Rechte auf Aufenthalt, Arbeit und Versorgung sichert