
Können Mauern reisen? Die Berliner Mauer schon. Nach dem Fall der Mauer kamen die „Mauerspechte“, die bunte Stücke aus der Mauer heraus hämmerten. Erst verschenkten sie Stücke, dann merkten sie, dass die Menschen dafür auch bezahlten, als Erinnerungsstück oder Mitbringsel. Dann kamen Grenzsoldaten der DDR und Pioniere der Bundeswehr, die gemeinsam die schweren Betonplatten abbauen mussten. Wo sind die Mauerteile geblieben? Heute sind über 300 Betonstücke über die ganze Welt verstreut. In 146 Orten findet man die bunten Mauerteile, in Botschaften und Museen, in Regierungsgebäuden und Schulen, in Parks und Privathäusern.
Die Berliner Mauer, global

Die meisten Originalteile findet ihr in den USA. Kein Wunder! Für die Amerikaner bedeutete das Verschwinden der Mauer, dass damit auch das kommunistische System überwunden wurde. Der Gedanke der Freiheit ist in keiner Nation der Welt so lebendig wie in Amerika. Wie steht es mit dem ehemaligen Ostblock? In Russland findet sich nur ein Mauerteil, es steht im Moskauer Andrej-Sacharow-Zentrum und ist dem berühmten Dissidenten und Friedensnobelpreisträger gewidmet. Mauerteile stehen noch in Südkorea, bei den Vereinten Nationen in New York, in Südafrika – Nelson Mandela hat ein Stück zum Geburtstag bekommen – und auf vielen anderen Orten der Welt. Dieses Bild rechts zeigt das berühmte Trabbi-Motiv, es findet sich auf der East-Side Gallery in Berlin Mitte.
Die Berliner Mauer, außerirdisch

Selbst auf dem Mars wird der Mauer gedacht. Wie kommt ein 3,60 Meter hohes und 2,6 Tonnen schweres Mauerteil auf den roten Planeten? Natürlich ist das unmöglich. Aber der Mars Rover hat Aufnahmen vom Mars gemacht, und ein internationales Forscherteam hat die auffälligsten Gesteinsformationen mit Namen versehen. Ein markanter Felsbrocken, der 1997 von der Pathfinder-Mission fotografiert wurde, wurde von DLR-Forschern informell „Broken Wall“ genannt, da er an die Überreste der Berliner Mauer erinnerte.
Die Berliner Mauer, unterirdisch

Der bizarrste Ort eines Mauerteiles: In dem Main Street Station Casino in Downtown Las Vegas dient ein Mauerteil als Pissoir-Halter im Herrenklo. Die Urinale im Untergeschoss des Kasinos „Main Street Station“ sind an eine mit Graffiti besprühte Mauerplatte geschraubt. Darüber befindet sich ein Schild mit der Aufschrift: „Pee at the Berlin Wall!“ Das Stück ist echt und stammt aus den Mauern, die nach 1989 abgebaut wurden. Es gilt als eines der ungewöhnlichsten Denkmäler des Kalten Krieges.
