Was nach dem Mauerfall geschah

Die Menschen in der DDR haben die Mauer überwunden, ganz ohne Gewalt. Sie waren Teil einer friedlichen Revolution, die auch in den angrenzenden Ländern Polen, Tschechoslowakei und Ungarn stattfand. Die Bevölkerung ging auf die Straße. Mit ihren Demos entschied sie, was nach dem Mauerfall  geschehen sollte, nicht die Politiker. Das war neu in der Geschichte. Die Menschen im Osten wollten mehrheitlich die Wiedervereinigung der einstmals getrennten Staaten. Doch das war nicht so einfach. Politiker und Volksvertreter setzen sich zusammen, sie berieten, diskutierten, entwarfen Verträge. Es dauerte ein Jahr, bis sich Politiker in West und Ost geeinigt hatten.

Menschen vor dem Brandenburger Tor in der Nacht des Mauerfalls

Die Wiedervereinigung

Am 3. Oktober 1990 war es soweit, dass Ost und West wiedervereinigt wurden. Die DDR wurde aufgelöst! Zur Bundesrepublik kamen fünf neue Bundesländer hinzu: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Berlin wurde neue Hauptstadt. Die Ost -Mark wurde in D-Mark umgetauscht. Das Stasi-Archiv wurde geöffnet. In diesem Archiv war alles gespeichert, was die Spione und Spitzel in der DDR über ihre Mitbürger gesammelt hatten. Die Menschen begannen, ihre Geschichte aufzuarbeiten.

 

Das Brandenburger Tor zu DDR-Zeiten

Das Brandenburger Tor zu DDR-Zeiten

Brandenburger Tor nach Mauerfall

Das Brandenburger Tor nach Mauerfall

 

 

 

 

 

 

 

 

Was nach dem Mauerfall geschah

Marode Staatsbetriebe der DDR wurden aufgelöst oder von neuen Eigentümern übernommen. Viele Menschen, die in den staatseigenen Betrieben geschuftet hatten, wurden arbeitslos. Sie suchten im Westen nach einer besser bezahlten Arbeit. Doch bei den meisten machte sich Enttäuschung breit. Kein Wunder. Für Unternehmer im Westen  gab es im Osten viele Chancen zum Aufbau. Die Bewohner im Osten mussten sich erst an die Gesetze der freien Marktwirtschaft anpassen. Sie waren klar im Nachteil. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hatte ihnen blühende Landschaften versprochen. Was wurde aus dem Versprechen? Berlin und andere große Städte wie Leipzig und Dresden wurden zwar erneuert. Die Infrasturktur und die Wirtschaft wurden verbessert. Doch nach 30 Jahren Wiedervereinigung steht fest, dass die Kluft zwischen Ost und West noch immer groß ist. Denn mehr als die Hälfte aller Ostdeutschen fühlen sich als Bürger zweiter Klasse. Das ist sehr viel. Das bedeutet, dass noch vieles verbessert werden muss.

Hören wir also zu, was die Menschen berichten, die damals beim Mauerfall dabei waren. Was haben diejenigen erlebt, die weggingen. Haben sie ihr Glück anderswo gefunden? Und warum sind einige von ihnen wieder zurückgekehrt?