Die „Operation Rose“: was in der Nacht des 13. August 1961 geschah

Zentralbild/Kollektiv, 15.6.1961, Internationele Pressekonferenz Walter Ulbricht zum Friedensvertrag und zu Westberlin„Operation Rose“ war eine geheime Operation. Nur wenige waren darin eingeweiht, aber viele sollte es betreffen: der Mauerbau in der Nacht des 13. August 1961. Wochen vorher hatten Walter Ulbricht, Erich Honecker und einige Eingeweihte geplant, die letzten offenen Grenzen in Berlin zu schließen, denn zu viele Menschen flohen aus Ostberlin in den Westen. Von den geheimen Plänen des Mauerbaus war irgendwo etwas durchgesickert. Eine Journalistin fragte Walter Ulbricht im Juni in einer Pressekonferenz, was an den Gerüchten dran sei. Ulbricht sagte: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Das war eine glatte Lüge. Denn in Wahrheit liefen die Vorbereitungen auf vollen Touren.

ADN-ZB-Stöhr-4.12.1961-In der Nacht vom 3. zum 4.12.1961 wurde begonnen, an weiteren Abschnitten die Staatsgrenze der DDR zu Westberlin zu festigen.

Im Polizeipräsidium am Alexanderplatz hat Erich Honecker einen Einsatzstab eingerichtet. Seit Tagen schon sind rund um Berlin unauffällig Einheiten von der Volkspolizei und NVA in Stellung gebracht – für den Fall, dass es zu Widerstand kommen sollte. Tonnen von Stacheldraht werden aus Polen und anderen Ostblock-Ländern herangeschafft. Gegen 1 Uhr nachts startet „Operation Rose“: Die Straßenlaternen auf der Ostseite der Grenze werden ausgeschaltet. Wasserwerfer werden aufgestellt. Die U- und S-Bahn-Verbindungen zwischen Ost- und West-Berlin werden gekappt, Fenster in Gebäuden zugemauert. Über 20 000 Bewaffnete sind im Einsatz, um den Übergang in den Westteil der Stadt auf einer Länge von etwa 160 Kilometern zu versperren. Um 6 Uhr morgens ist es „vollbracht“: Die Berliner erwachen in einer zweigeteilten Stadt, Ost und West trennt nun eine scharf bewachte Grenze. Ist die gesamte Strecke dicht? Nein, ein paar Kilometer sind noch offen. Warum? Auf dem Transport des Stacheldrahts nach Berlin war eine ganze Menge Stacheldraht verschwunden, geklaut. Die Lücke wurde in den Tagen danach eiligst geschlossen.

Fall der Mauer 9.1..1989Die alliierten Streitkräfte in West-Berlin sind überrumpelt, sie tun nichts, denn ihre Führer wollen keinen Dritten Weltkrieg riskieren. Die Machthaber im Osten wundern sich, dass ihre dreiste Absperrung Berlins friedlich verlief, ohne Protest der Bevölkerung und Gegenmaßnahmen der Westmächte. Die Machthaber im Osten nennen die Mauer „antikapitalistischer Schutzwall“, er teilte ein Land, eine Stadt, 28 Jahre lang, trennte Familien und Freunde. Am 9.11.1989 wurde die Mauer zu Fall gebracht, durch den Widerstand der Bewohner im Osten.