Die „Friedenslinien“ in Nordirland

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Eine Grenze, die nur nachts dicht ist zieht sich durch Belfast. Die Mauer ist bis zu sieben Meter hoch, sie besteht aus Ziegelsteinen, Stacheldrahtzaun, Beton und aufgesetzten Gittern. Die Nordiren sprechen von der „Peace Line“. Die Mauer hat Durchgänge für Fußgänger und Tore für den Verkehr. Doch nachts wird sie geschlossen. „Peace Lines“ wie diese gibt es viele in Nordirland. Seit 1990 hat sich ihre Zahl von 18 auf heute 48 erhöht, die meisten stehen in Belfast und Londonderry. Die Gesamtlänge aller „Peace Lines” beträgt über 34 Kilometer. Tragen die „Friedenslinien“ zum Frieden bei? Ja und Nein. In Nordirland gab es zwischen 1969 und 1998 bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen. Dabei kamen mehr als 3 500 Menschen ums Leben. Nach dem Mauerbau kamen weit weniger Menschen ums Leben. Aber lag es nur an der Mauer? Seit dem Fall der Mauer in Berlin steht fest, dass Mauern keine dauerhafte Lösung sind.