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Ikarus ist der berühmteste Flüchtling. Er entstammt der griechischen Sagenwelt und wollte mit seinem Vater vor dem tyrannischen König Minos fliehen. Er baute Flügel aus Wachs, kam der Sonne zu nahe… und den Rest der Geschichte kennt ihr ja. Er stürzte ins Meer wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt. (Der Fall des Ikarus, Musée Antoine Vivenel, 17. Jh.) Nach Ikarus gab es immer wieder Menschen, die vor tyrannischen Herrschern flohen, so wie viele Bewohner der DDR. Ihre Fluchten waren nicht weniger gefährlich wie die Flucht von Ikarus. Doch das Bedürfnis nach Freiheit war stärker als die Furcht vor Gefahren und Risiken. Wenn sie in den Aufnahmelagern im Westen ankamen, wurden sie nach ihren Fluchtgründen gefragt. Hier sind ihre Antworten.

Gründe für

Politische Gründe

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge gab an, dass sie aus politischen Gründen die DDR verlassen haben. Die Einschränkung der Grundrechte war für die meisten ausschlaggebend dafür, das Land zu verlassen. Die DDR hatte sich zu einem Spitzelstaat entwickelt, sie bevormundete die Bürger und nötigte sie zur Teilhabe an gesellschaftspolitischen und parteipolitischen Organisationen. Wer die sozialistische Idee ablehnte oder sich gegen das kommunistische Erziehungssystem auflehnte wurde in der Bildung oder im Beruf eingeschränkt.  Auch die Einschränkung der Reisefreiheit war ein wichtiger Fluchtgrund.

Wirtschaftliche Gründe

Für 13 Prozent der Geflüchteten waren wirtschaftliche Gründe entscheidend. Zwangsverstaatlichung und Zwangskollektivierung schränkten ihre freie wirtschaftliche Entwicklung ein.  Dass gut ausgebildete Bürger weit weniger verdienten als in ähnlichen Positionen im Westen Deutschlands war weniger wichtig.

Persönliche Gründe

15 Prozent der Flüchtlinge gaben persönliche Gründe für ihre Flucht an. Sie wollten mit ihren Familien und Freunden zusammen sein. Viele fühlten sich in ihrer persönlichen Entwicklung eingeschränkt oder sie wollten, dass ihre Kinder in einem freiheitlichen System aufwachsen.

Klickt auf die Bilder und erfahrt mehr über die riskanten Fluchten von Familien, die mit ihren Kindern den Weg in die Freiheit suchten.

Jotquadrat, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
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Magnussen, Friedrich (1914-1987) | Credit: Stadtarchiv Kiel